Sonntag, 22. Mai 2016

Caminada gründet Stiftung für junge Talente





Fundaziun Uccelin - zu Deutsch kleiner Vogel - heisst das Projekt, das Andreas Caminada heute kurz vor Start der «Chef Alps» präsentierte. «Es gibt so etwas bis heute nicht», so Caminada. Ziel der Stiftung ist es, junge Koch- und Servicetalente zu fördern, indem sie die Möglichkeit erhalten, im In- und Ausland bei renommierten Köchen, Produzenten und Betrieben eine Stage zu absolvieren. Neben den sechsmonatigen Programmen zur Horizonterweiterung werden auch individuelle Stipendien vergeben.

Wer nun aber denkt, Caminadas Stiftung finanziere nun einfache Spassreisli für junge Köche, irrt: «Man muss das schon verdienen», sagt der Drei-Sterne-Koch. Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung und fünf Jahren Berufserfahrung verlangt er, der die Stiftung präsidiert, auch «Talent und Biss». In der Pressekonferenz wird rasch klar: Caminada ist es ernst, er will, dass die Förderprogramme seriös umgesetzt werden. Im Gegenzug ist das Angebot der Stiftung zweifelsohne attraktiv: Es locken Einsätze bei zurzeit rund 30 Spitzenköchen rund um den Globus - etwa bei Daniel Humm, Massimo Bottura oder Gert de Mangeleer, aber auch bei Käser Willy Schmid oder an der ZHAW in Wädenswil. Alle Details zu den Stages gibts auf der Webseite.

Caminadas Frau Sarah amtet als Geschäftsführerin. Gewisse Partner unterstützen das Projekt bereits, Spenden sind willkommen, Events zur Finanzierung ebenfalls geplant. Ziel sind auch eigene Produkte, deren Erlös vollumfänglich in die Stiftung fliessen. Für den Stiftungsrat konnte Caminada neben anderen Leuten, «die die Gastronomie schätzen», seine langjährige Kollegin Tanja Grandits gewinnen. Eine Stage ist - selbstredend - auch bei ihr im Zwei-Sterne-Restaurant Stucki in Basel möglich.

Mehr dazu:
www.uccelin.com

Freitag, 20. Mai 2016

Vreni Giger verlässt den «Jägerhof»



Agron Lleshi und Vreni Giger

Am 9. Juli wird Spitzenköchin Vreni Giger zum letzten Mal in der Küche des Restaurants Jägerhof stehen. Nach den Sommerferien, ab dem 1. August, übernimmt ihr langjähriger Küchenchef Agron Lleshi die Leitung des St. Galler Traditionsrestaurants. Seit 20 Jahren wirkt Giger im «Jägerhof», ihre Küche ist derzeit mit 17 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Mit dem Verkauf der im Museumsquartier gelegenen Liegenschaft an Immobilien-Investor Felix Neidhart geht die Ära Vreni Giger im «Jägerhof» zu Ende. Als neuer Kadermitarbeiter stösst Küchenchef Adrian Spiess ins Team von Agron Lleshi. Ziel des neuen Pächters ist es, das hohe Niveau des Restaurants zu halten und auszubauen. Giger wird nach einer kurzen Auszeit eine neue Herausforderung in Zürich übernehmen.

Dienstag, 17. Mai 2016

«Chef Alps»: Köche mit Kultstatus

Hochkarätiger Auftakt: «World's Best Pastry Chef» Jordi Roca

Der Countdown läuft. Am nächsten Sonntag und Montag findet in Zürich-Oerlikon zum fünften Mal der International Cooking Summit «Chef Alps» statt. Erfahrungsgemäss ist das für Köche und Kulinariker eine runde Sache: An beiden Tagen stehen in der Eventhalle «StageOne» inspirierende Starköche aus ganz Europa auf der Bühne und zeigen eindrücklich, womit sie sich aktuell beschäftigen. Vor, zwischen und neben den Showeinlagen präsentieren sich über 30 Aussteller in der Markthalle und auf der Galerie, und es gibt massig Gelegenheit, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Für die Jubiläumsausgabe reisen die Gastköche aus Italien, Spanien, Russland, Österreich, Deutschland, Dänemark und der Schweiz an. Den Auftakt macht kein Geringerer als der «World’s Best Pastry Chef» Jordi Roca, der jüngste der drei Roca-Brüder aus dem legendären «El Celler de Can Roca» im spanischen Girona. Auch das restliche Line-up kann sich traditionell sehen lassen, wobei wir an dieser Stelle auf die Webseite der «Chef Alps» verweisen, auf der die Protagonisten im Detail und überaus anmächelig beschrieben sind.

Nur so viel: Mit Vladimir Muhkin aus dem «White Rabbit» in Moskau steht ein führender Vertreter der New Russian Cuisine auf der Bühne, Andreas Caminada stellt sein neues Projekt vor und Franck Giovannini vom Hôtel de Ville in Crissier erzählt, wie er das Erbe von Frédy Girardet, Philippe Rochat und Benoît Violier weiterzuführen gedenkt. Einiges zu sagen haben dürften auch die beiden Drei-Sterne-Köche, die die «Chef Alps»-Macher dieses Jahr verpflichten konnten: Gert de Mangeleer vom belgischen «Hertog Jan» sowie der Italiener Niko Romito vom Ristorante Reale.

Programm am Sonntag, 22. Mai 2016
12.30 Uhr – Türöffnung

13.30 Uhr – Jordi Roca (Spanien)
14.45 Uhr – Vladimir Mukhin (Russland)
16.00 Uhr – Andreas Caminada (Schweiz, Talk zum neuen Projekt)
16.25 Uhr – Silvio Nickol (Österreich)
17.50 Uhr – Gert de Mangeleer (Belgien)
18.45 bis 21 Uhr – Get-together

Programm am Montag, 23. Mai 2016
8.30 Uhr – Türöffnung
9.30 Uhr – Franck Giovannini (Schweiz)
10.30 Uhr – Fina Puigdevall (Spanien)
11.45 Uhr – Tohru Nakamura (Deutschland)
12.30 Uhr – Lunch in der Markthalle und Galerie
13.30 Uhr – Jakob Mielcke (Dänemark)
15.00 Uhr – Niko Romito (Italien)

Tickets im Vorverkauf sowie alle weiteren Infos gibts hier.

Montag, 16. Mai 2016

Die ersten «Swiss Vegan Awards» sind verliehen

«Best of the Best»: Die «Elle'n'Belle»-Delegation nimmt den Award von Jurorin Katy Winter (Zweite von links) entgegen.

Im Rahmen der «Vegana» im Zürcher Sihlcity wurden am Freitag erstmals die «Swiss Vegan Awards» verliehen. Junge, frische, aber auch etablierte und innovative Betriebe buhlten mit ihren Produkten und Dienstleistungen um die Gunst der Fachjury, die jeweils drei Podestplätze in sieben Kategorien sowie den «Best of the Best»-Award zu vergeben hatte. Die Jury – bestehend aus Katy Winter (Singer/Songwriter), Theo Favetto (Gründer Veeconomy), Zoe Torinesi (Moderatorin/Foodbloggerin), Rafi Neuenburger (Präsident Vegane Gesellschaft Schweiz) und Sarah Kohler (stellvertretende Chefredaktorin Salz&Pfeffer) – brütete über den Stapeln eingereichter Dossiers, diskutierte, debattierte – und entschied.

Unter den Gewinnern sind bekannte Betriebe zu finden (Tibits etwa holte sich in den Kategorien Restaurant und Kochbuch je einen Award), internationale Marken wie Lush Cosmetics, aber auch smarte Start-ups (zum Beispiel das ETH-Spinoff Nutrifics mit veganem Proteinpulver) und kleinere Betriebe wie Eva’s Apples oder Vegiman. Die vollständige Liste gibts zum Schluss.

Besonders knifflig war die Aufgabe der Jury in der Kategorie Food & Drink, in der am meisten Dossiers eingereicht worden waren. Ausgezeichnet wurden am Ende die aus Sojabohnen hergestellten Edamama-Nudeln, das «Soja Line Mousse Nature» der Migros und – ganz an der Spitze – Raphaël Moser mit seinem «GourVegi Camenvert», einer veganen Camembert-Kreation.

Den Award «Best of the Best» verlieh die Jury dem Zürcher Restaurant Elle’n’Belle: «Es ist ein stylischer Ort der multikulturellen Begegnung von Veganern und Nichtveganern geworden», begründete Jurorin Katy Winter. Und Kollege Theo Favetto ergänzte: «Die Inhaberinnen Sibel und Elif Erisik verkörpern die vegane Bewegung auf eine lockere, nicht-dogmatische Art.»


Die Gewinner der «Swiss Vegan Awards 2016»

Kategorie Shop

Platz 1: Eva’s Apples
Platz 2: Romanin Weine
Platz 3: Würzmeister

Kategorie Food & Drink
Platz 1: Gourvegi CamemVert

Platz 2: Migros Soja Line Mousse Nature
Platz 3: Edamama

Kategorie Restaurant

Platz 1: Elle’n’Belle
Platz 2: Vegiman
Platz 3: Tibits

Kategorie Non-Food
Platz 1: Lush Fresh Handmade Cosmetics
Platz 2: Putzli
Platz 3: Sanctum Switzerland

Kategorie Kochbuch
Platz 1: Philip Hochul – Vegan Chocoholic (AT Verlag)
Platz 2: Jerôme Eckmeier & Daniela Lais – Vegane Lunchbox (Verlag Dorling Kindersley)
Platz 3: tibits & Hiltl: Vegan Love Story (AT Verlag)

Kategorie Medium
Platz 1: Vanilla Bean
Platz 2: vegan kitchen & bakery Blog
Platz 3: Vegansis
 
Kategorie Start-up
Platz 1: Vanilla Bean
Platz 2: HeyLife
Platz 3: Nutrifics

Kategorie Best of the Best
Elle’n’Belle

Mittwoch, 4. Mai 2016

Vom Altmeister bis zum Visionär: das neue Salz&Pfeffer

Beeindruckende 30 Jahre schon kocht Nik Gygax in seinem Restaurant Löwen in Thörigen auf Spitzenniveau. Mehr als Grund genug also, ihn aufs Cover des aktuellen Salz&Pfeffer zu hieven, das heute erscheint. Der unkonventionelle Altmeister verrät, was ihn täglich antreibt, warum es schwierig ist, mit ihm zu arbeiten, und was einen guten Koch erst ausmacht.

Starke Worte kommen auch von Simon Schneeberger: In Kopenhagen lernte der 30-Jährige die Neue Nordische Küche kennen, lieben und hinterfragen. Jetzt ist er zurück und eröffnet im Sommer in Winterthur ein Restaurant: Im «Fritz Lambada» will der Visionär die kulinarische Revolution vorantreiben.

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne bewegen wir uns auch mit den weiteren Geschichten im druckfrischen Salz&Pfeffer: Wir sprachen mit der Küchenchefin vom modernistisch inspirierten Pop-up-Restaurant Tastelab, das nächste Woche auf der Zürcher Polyterrasse eröffnet. Wir trafen Pierre Buess und Nora Dokhane im Landgasthof Riehen, die zwei Jungköche schalten und walten lassen und damit hervorragend fahren. Wir liessen die «Köchin des Jahres 2015» Bernadette Lisibach drei Gerichte zaubern. Und wir befassten uns intensiv mit einem Stück kulinarischer Schweizer Identität: dem Cervelat.

Dienstag, 3. Mai 2016

Transgourmet Schweiz übernimmt Casa del Vino

Die Transgourmet Schweiz AG baut ihre Weinkompetenz
 deutlich aus. (Foto: mys – Photocase.de)
Per Anfang Mai hat die Transgourmet Schweiz AG die Firma Casa del Vino Ebinger übernommen. Damit baut sie ihre Weinkompetenz deutlich aus. Die Casa del Vino mit Sitz in Zürich ist ihres Zeichens nämlich Generalimporteurin der spanischen Top-Bodegas und bietet iberische Weine von rund 60 Produzenten in allen Preisklassen. Die Firma beschäftigt 15 Mitarbeiter und beliefert die Gastronomie, den Fachhandel sowie Privatpersonen.

Innerhalb der Transgourmet Schweiz wird die Casa del Vino weiter eigenständig und mit dem bestehenden Team unter der Leitung von Marco Caluori geführt. Auch Firmengründer Frank Ebinger, der das Potenzial iberischer Weine schon erkannte, als diese in der Schweiz noch ein «diskretes Leben fristeten», bleibt dem Unternehmen für die nächsten Jahre als strategischer Berater verbunden. Ziel der Zusammenarbeit sei es, die Kompetenzen zu vereinen und auszubauen, heisst es in einer Medienmitteilung, sowie die Bekanntheit der iberischen Weine in der Schweiz zu pflegen und zu steigern.

Die Transgourmet Schweiz AG gehört zur Transgourmet-Gruppe, dem zweitgrössten Unternehmen im europäischen Belieferungs- und Abholgrosshandel. In der Schweiz zählen dazu auch die 30 Prodega/Growa-Märkte.

Freitag, 29. April 2016

Weinfelder Weinwanderweg eröffnet



Am 1. Mai wird der neue Weinwanderweg in Weinfelden eröffnet. Dieser wurde von Weinfelder Winzern gemeinsam mit Touristikern gestaltet und führt über neun Kilometer durch Rebberge und vorbei an Weingütern.

Wer dem Weingenuss so richtet frönen will, holt sich am Bahnhofschalter in Weinfelden einen Rucksack mit Proviant, Getränken und Glas für 19 Franken pro Person, sowie einen Code zum Safe, der unterwegs Weine zur Verkostung bereithält. Der Weg führt vom Bahnhof Weinfelden über Ottoberg und Boltshausen wieder zurück nach Weinfelden. Der Marsch dauert etwa drei Stunden, wobei auch Weinkenner unterwegs noch Neues lernen können. Es lohnt sich übrigens auch zu rasten und auf den Sitzgelegenheiten in Form von überdimensionierten Weinblättern die Aussicht über die Rebberge zu geniessen.

Mit einer Sammelaktion werden ausdauernde Wanderer belohnt. An allen zehn Winzerporträt-Tafeln hängt eine Lochzange. Wanderer, die an allen Stationen vorbeigekommen sind und zehn Löcher in den Weinweg-Flyer gestanzt haben, dürfen sich ihre Belohnung bei einem Winzer oder Restaurant ihrer Wahl abholen. Beim Kauf von 24 Flaschen Wein erhalten sie eine Flasche geschenkt (so lange der Vorrat reicht). Oder: Wer einen Hauptgang in den Restaurants an der Strecke bestellt, erhält ein Glas heimischen Weins gratis.


Zudem können alle Wandervögl am Fotowettbewerb teilnehmen, der noch bis zum 31. Oktober läuft. Gesucht werden die drei schönsten Bilder vom Weinweg. Sie können über Facebook oder die Webseite eingereicht werden. Der Hauptpreis ist ein Gutschein für das Restaurant Thurberg.

Die Weingüter
Weingut Burkhart
Weingut Familie Forster
Weingut Wolfer
Schlossgut Bachtobel
Broger Weinbau
Weingut Bosch
Weinbau Markus Held
Zahnd Weine
Rebgut Sunnehalde
Büchi Hofgut

Junge Köche aufgepasst!


Gewinnerkreation mit Schweizer Schweinefleisch 2015 von Marcel Schori

 
Talentierte Jungköche sind aufgefordert, zu zeigen, was sie können. Am Kochwettbewerb «La Cuisine des Jeunes» von der Branchenorganisation Schweizer Fleisch gehts nicht nur um die Wurst, sondern um Ruhm, Ehre und darum, tolle Preise zu gewinnen. Das Motto der 14. Auflage lautet «Clash of Pans! Die stärkste Kreation mit Schweizer Kalbfleisch holt den Sieg». Die jungen Köche haben noch bis zum 13. Juli Zeit, ihre Rezepte mit Schweizer Kalbfleisch einzureichen. Teilnehmen können alle, die zwischen 2012 und 2015 ihre Kochlehre erfolgreich abgeschlossen haben oder 2016 abschliessen werden.

Die Jury, bestehend aus Martin Thommen (Vorsitz), Landgasthof Bären in Utzenstorf, Marie Robert, Le Café Suisse in Bex, Beat Stofer, Hotel Restaurant Balm in Meggen, und Heribert Dietrich, «Walserhof» in Klosters, wählt aus den Einsendungen die stärksten Rezepte aus und lädt vier Finalisten zum Wettkochen ein. Das Finale findet am 12. September im Bildungszentrum bzi in Interlaken vor Publikum und Presse statt. Noch am gleichen Tag wird der Sieger bekanntgegeben und gebührend gefeiert.

Und diese Preise winken dem Gewinner: eine Trophäe, 2000 Franken sowie die Gelegenheit, an der Seite von Ivo Adam Teil der Jury des «Battle of ZAGG» (ehemals «European Culinary Challenge») zu sein. Die anderen drei Finalisten erhalten ein Diplom und je 600 Franken.

Donnerstag, 28. April 2016

Meilenstein: ZFV steigt bei den SBB ein

Hat allen Grund zur Freude:
Andreas Hunziker, CEO der ZFV-Unternehmungen
(Archivbild Salz&Pfeffer)

Die Freude bei den ZFV-Unternehmungen ist gross – und das kommt nicht von ungefähr. Immerhin haben sie in einem öffentlichen Submissionsverfahren den Zuschlag erhalten und übernehmen ab 2017 exklusiv das Catering für die bestehenden 23 SBB-Personalrestaurants in der ganzen Schweiz. Im Zuge dessen werden alle 152 Mitarbeiter des bisherigen Caterers per 1. Januar «in die ZFV-Familie integriert», wie es in einer Medienmitteilung dazu heisst. Und weiter: «Dieser Zuwachs geht als bedeutender Meilenstein in die Geschichte des ZFV ein.» Der Grossauftrag kommt dem traditionsreichen Unternehmen mehr als gelegen, entspricht er doch ganz der erklärten Strategie, «die Gemeinschaftsgastronomie in der Schweiz schrittweise auszubauen».

Mittwoch, 27. April 2016

Düstere Aussichten


An der Jahresmedienkonferenz des Branchenverbandes Gastrosuisse in Bern zogen die Verantwortlichen eine sehr negative Bilanz. Insgesamt hat die Schweizer Wohnbevölkerung letztes Jahr 22,4 Milliarden Franken für Essen und Trinken ausser Haus aufgewendet. Das sind rund 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Übernachtungen von ausländischen Gästen gingen zurück, zudem leiden die helvetischen Gastronomen unter den Folgen der Frankenstärke, dem Gastronomietourismus, der Dominanz der Online-Buchungsplattformen sowie nicht zuletzt unter der ständig wachsenden Bürokratie, als Beispiel genannt wurde das neue Verordnungsrecht zum revidierten Lebensmittelgesetz (Projekt Largo).

Kurzum: Die Lage des Schweizer Gastgewerbes ist kritisch. «Das Ausmass der Betroffenheit wird deutlich unterschätzt», sagte Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. Der Hotelier kritisierte – einmal mehr – die hohen Beschaffungskosten in der Schweiz und kündigte prompt die Lancierung einer neuen Volksinitiative an. Zusammen mit nicht näher präzisierten «starken Allianzpartnern» soll eine Initiative mit dem Titel «Stopp der Hochpreisinsel – für faire Preise» zustandekommen. Zur Erinnerung: Die letzte Volksinitiative des Wirteverbandes («Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes») wurde im September 2014 mit über 70 Prozent vom Stimmvolk verworfen.

Eine positive Meldung fanden wir in der drei Seiten langen Medienmitteilung dann doch noch: Zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit plant Gastrosuisse dieses Jahr die Lancierung eines neuen Awards für die Hotellerie. Dieser soll laut dem stellvertretenden Gastrosuisse-Direktor Daniel C. Jung «der Branche neue Impulse geben und erfolgsversprechende Konzepte fördern».

Dienstag, 26. April 2016

Käsemarkt im Tösstal


Der siebte Zürcher Oberländer Käsemarkt findet heuer just am Tag der Arbeit statt. Am 1. Mai bieten von 9 bis 16 Uhr in Saland im Tösstal über 20 Käsereien ihre Spezialitäten zur Degustation und zum Verkauf an, etwa Käse aus Kuh-, Schaf-, Ziegen- und Büffelmilch, der in der Umgebung entstanden ist. Erwartet werden gegen 3000 Besucher.

Zudem wird an diesem Tag die Meisterschaft im Bachtelstein-Werfen ausgetragen. Der Bachtelstein ist eine beliebte Käsespezialität aus dem «natürli»-Sortiment. Geworfen wird beim Plausch-Wettbewerb ein vier Kilo schweres Duplikat aus Holz. Mitmachen darf jeder, zu gewinnen gibts einen echten Laib Bachtelstein. Auf die Frühaufsteher wartet ab neun Uhr übrigens ein reichhaltiges Brunch-Buffet im Festzelt, zudem stehen ein Kletterparcours sowie eine Führung im Tonstein-Keller auf dem Programm.

Felix Hohlmann ist Aeropress-Schweizer-Meister

Sieger Felix Hohlmann
(Foto: Kevin Rechsteiner)
Es ist die Verbindung von Einfachheit und Komplexität, die der Aeropress seit einigen Jahren immer mehr Fans beschert. Ebensolche versammelten sich am vergangenen Wochenende im Restaurant Auer & Co. im Zürcher Impact Hub, um der manuellen Kaffeemaschine, bestehend aus einem Brühzylinder, einem Presskolben und einem Kaffeefilter, zu huldigen. Oder genauer: jenen, die mit ihr besonders guten Kaffee zuzubereiten wissen.

Im Rahmen der nationalen Aeropress-Meisterschaft wurde Felix Hohlmann aus Basel zum Schweizer Meister gekürt. Er hatte sich gegen 24 Konkurrenten aus dem ganzen Land durchgesetzt. In der Schweizer Kaffeeszene sei Hohlmann kein unbeschriebenes Blatt, heisst es in einer Mitteilung. Und: Für viele sei er schon lange ein «Meister der Herzen». Hohlmann arbeitet als Qualitätsmanager für die Rösterei Henauer in Höri und als Barista sowie Kaffeetrainer im Kernteam der Kaffeemacher im Unternehmen Mitte in Basel. In den letzten Jahren belegte er in fast allen Kaffeedisziplinen mal den Platz des Vizemeisters (zweimal als Barista, einmal im Brewing, einmal an der Aeropress). Diesmal schaffte er es – endlich – an die Spitze.

Der Aeropress-Wettkampf ist im KO-System angelegt; jeweils drei Teilnehmer brühen gleichzeitig und servieren ihre Getränke der Jury, die die beste Tasse kürt, ohne zu wissen, von wem diese kommt. Der Sieger ist eine Runde weiter. In diesem Jahr bestand die Jury aus Kai Keong Ng, dem zweimaligen Schweizer Aeropress-Meister, der schwedisch-australischen Kaffee-Expertin Marianne Konstanse Gjeldnes und dem deutschen Matheusz Petlinski, der kürzlich drittbester Kaffee-Sensoriker der Welt geworden war.

Felix Hohlmann wird die Schweiz an der World Aeropress Championship 2016 im Juni in Dublin vertreten.

Montag, 25. April 2016

«Swiss Vegan Awards»: jetzt anmelden!


Nach der Premiere ist vor der Premiere. Wenn das Festival «Vegana» am 13. und 14. Mai im Zürcher Sihlcity zum zweiten Mal stattfindet, werden erstmals die «Swiss Vegan Awards» verliehen. Damit kürt die Vegane Gesellschaft Schweiz gemeinsam mit einer Fachjury Produkte, Dienstleistungen und Unternehmen, die ohne tierische Produkte auskommen. Die Anmeldefrist läuft noch bis und mit diesen Freitag, 29. April. Also los!

Prämiert werden die Kandidaten gleich in sieben Kategorien: Shop, Foodprodukt (käuflich, inklusive Drink), Restaurant, Nonfood-Produkt, Kochbuch, Medium/Blog sowie Start-up (maximal zwei Jahre alt). Die Jury vergibt nach verschiedenen Gesichtspunkten Noten, aus denen sich die Platzierung ergibt. Ziel ist es, die «Swiss Vegan Awards» künftig jedes Jahr zu vergeben.

Neben dem «Master of Swiss Awards», also dem Sieger über alle Kategorien hinweg, werden auch die «Winners» (die Erstplatzierten pro Kategorie), die Finalisten (jeweils die Ränge zwei und drei) sowie die «Participants» (alle übrigen Kandidaten) ausgelobt. Für die Teilnehmer springt also in jedem Fall etwas heraus: Aufmerksamkeit – in Form von Zertifikat und Gütesiegel oder gar Trophäe, Präsenz im Internet und in den Medien sowie Kennzeichnung als Teilnehmer vor Ort an der  «Vegana».

Die Bedingungen für eine Teilnahme sind simpel: Zugelassen sind Unternehmen mit veganen Produkten oder Dienstleistungen, die in der Schweiz erhältlich sind. Mehrfachanmeldungen sind möglich. Die Teilnahme kostet 150 Franken pro Kategorie (exklusive Porto und Mehrwertsteuer).

Dienstag, 19. April 2016

Wissenschaftler eröffnen Pop-up-Restaurant





«Cooking & Science – simply better food», unter diesem Motto eröffnet auf der Zürcher Polyterrasse vom 9. Mai bis 5. Juni das temporäre Restaurant Tastelab. Dahinter stehen fünf ehemalige Studenten der ETH. Für das Projekt errichten sie extra ein Gebäude aus Baugerüst, Holz und Schrumpffolie mit Platz für 120 Gäste, einer Bar sowie einer hochmodernen Küche.

Im «Tastelab» wird die Physikerin und Küchenchefin Susanne Tobler eine modernistische Küche zelebrieren. Das hat nur am Rande mit der einst von Ferran Adrià propagierten Avantgardeküche zu tun. «Es geht mir nicht um einen bestimmten Kochstil, sondern darum zu zeigen, welche Fortschritte die Wissenschaft in der Küche bringen kann», sagt Tobler. Das Verständnis von physikalischen Gegebenheiten mache ihre Gerichte besser, so die 30-Jährige.

Abends bietet Tobler im Tastelab ein Sieben-Gang-Menü an. Dabei ist jeder Gang einem anderen Thema gewidmet, zum Beispiel der Druck-Infusion. «Wir halten indes keine Vorlesung, der Gast kann sich entspannt dem Genuss hingeben.» Am Mittag steht ein täglich wechselndes Menü auf dem Programm, sowie sonntags ein Brunch.

Tischreservationen sind online möglich. www.tastelab.ch

Mehr über das kulinarische Konzept des «Tastenlab» und über die Küchenchefin Susanne Tobler findet ihr in der nächsten Ausgabe von Salz&Pfeffer, die am 4. Mai erscheint.

Montag, 11. April 2016

In den Startlöchern


Kücheneinblick: Vorbereitungen für das indische Chicken Samosa (Bild: z. V. g.)

Am 7. Mai 2016 lädt die Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH) in Passugg zum Food Festival. Dieses Jahr steht dieses unter dem Motto «Street Food». Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, organisiert und durchgeführt wird der Anlass von den Studierenden des letzten Semesters der SSTH.

An 18 Ständen werden Köstlichkeiten aus aller Welt präsentiert. Das beste daran: die exotischen Spezialitäten sowie Getränkedegustationen und Kinderbetreuung sind im Ticketpreis von 33 Franken (Vorverkauf) und 38 Franken (Tageskasse) inbegriffen. Das internationale Angebot wird von lokalen Produkten und Spezialitäten der Slow-Food-Bewegung bereichert, zudem gewährt die Hotelfachschule einen Blick hinter die Kulissen.