Freitag, 20. April 2012

Leiser Tumult im Jasper




Nur noch Bankettküche: Restaurant Jasper, Luzern


Das Restaurant Jasper in Luzern war jahrelang ein fixer Stern in der Schweizer Gourmet-Landschaft. Für 2012 wurden die Küche des Jaspers unter der Federführung von Kerstin Rischmeyer mit 15 Gault-Millau Punkten sowie mit einem Stern von Michelin bewertet. Damit ist nun Schluss. Die Kochbrigade wurde Ende Februar, am ersten Arbeitstag nach den zweiwöchigen Betriebsferien, vom Hotelmanagement über den Kurswechsel informiert. Die Gourmetküche wurde per sofort aufgelöst, der überraschten Küchencrew wurde eröffnet, dass jeder gehen könne, der wolle. Fast die ganze ursprüngliche Brigade hat das Jasper mittlerweile verlassen. Kerstin Rischmeyer soll inzwischen in Zürich ein neues Engagement gefunden haben. Neu wird im Jasper die Bankettkarte des Hotels Palace serviert.

Laut Ina Bauspiess, Pressesprecherin der Victoria-Jungfrau-Collection, welcher das Hotel Palace und das Restaurant Jasper angehören, war der Hauptgrund des Strategiewechsels die zahlreichen Feedbacks von Luzerner Mitbürgern, die das Jasper als zu teuer empfanden.  Gleichzeitig schreibt Bauspiess: «Als börsenkotiertes Unternehmen sind wir es unseren Aktionären gegenüber schuldig, jeden Tag die Ertrags- und Aufwandsseite miteinander zu vergleichen. Diese standen im Jasper aufgrund der hohen Warenkosten für Gourmet-Produkte nicht in einer guten Balance, weshalb wir uns zum Handeln entschieden haben.»

In einer am 27. Februar verschickten Pressemitteilung informiert die Hotelleitung zwar über die Neuausrichtung des Restaurants, auf der Webseite des Jaspers wird aber nicht explizit darauf hingewiesen. Und auf der Webseite von Schweiz Tourismus ist das Palace Luzern noch immer mit einem Gourmet-Restaurant auf Sterne-Niveau aufgeführt.

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