Donnerstag, 21. Juni 2012

Schnapszahlen

Es ist allen klar, eigentlich: Bier und Wein darf erst an über 16-Jährige verkauft werden, Spirituosen gibt es erst für Leute ab 18 Jahren. Dass es in der Praxis manchmal anders aussieht, ja, auch das ist im Prinzip allen bewusst. 25 Kantone in der Schweiz setzen deshalb auf die sogenannten Alkoholtestkäufe, um Gastronomiebetriebe und den Detailhandel auf die Probe zu stellen. Sie schicken minderjährige Jugendliche los, die als Lockvögel versuchen sollen, alkoholische Getränke zu kaufen. Viele tun das mit Erfolg.

Im Jahr 2011 fanden in der Schweiz 5518 solcher Alkoholtestkäufe statt, wie die Eidgenössische Alkoholverwaltung (die älteste Anstalt des Bundes übrigens, aber das nur am Rand) heute mitteilt – das  sind zwölf Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die durchschnittliche Rate des Alkoholverkaufs an Minderjährige gesamtschweizerisch stieg von 26,8 Prozent (2010) auf 30,4 Prozent an. Das liege daran, dass neue Testregionen, die erstmals in die Wertung einfliessen, in der Regel eben schlechtere Resultate liefern, klärt die Verwaltung auf. Übers Ganze gesehen kann der Bund immerhin mitteilen: Seit Anfang der 2000er-Jahre fanden total 20000 Testkäufe statt – und die Alkoholverkaufsrate an Minderjährige sank in dieser Zeit von 83,5 auf besagte gut 30 Prozent.

Die Ergebnisse des Jahres 2011 liefern indes noch detailliertere Angaben. So zeigt sich, dass die Verkaufsrate tagsüber bei 28 Prozent, nach 19 Uhr allerdings bei 50,5 Prozent liegt. Auch in Bezug auf die Verkaufsorte liegen konkrete Ergebnisse vor – und hier schneidet die Gastronomie im Vergleich zum Detailhandel (beziehungsweise Take-away-Bereich) definitiv schlechter ab.

Die Alkoholverwaltung hält dazu fest: Im Detailhandel wird systematischer ein Ausweis verlangt als beim Konsum vor Ort. Woran das liegt, dazu gibt es von Verwaltungsseite her bislang keine Ausführungen.

Wir werfen die Frage hier gern einmal auf: Wie begegnet ihr als Gastronomen den Herausforderungen, die das gesetzliche Mindestalter für die Abgabe alkoholischer Getränke in der Praxis zweifelsohne birgt?

Wir sind gespannt auf eure Kommentare.



Kommentare:

  1. Aus der Perspektive eines Jugendlichen würde ich lernen, dass ich spätestens beim dritten Versuch zu meinem Booze gelangen würde.. oder noch einfacher, ich frage meinen älteren Bruder.

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  2. im Restaurant wo ich arbeite wird immer der Ausweis verlangt. Ich erfahre aber regelmässig, dass gerade bei Familienfeiern die Eltern für die Minderjährigen alkoholische Getränke bestellen. Ich stelle die Getränke dann immer demonstrativ vor die Eltern. Was kann ich sonst tun?

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