Mittwoch, 4. Juli 2012

Rico rettet die Schweizer Ehre


Rico Zandonella
Wir scrollen und scrollen und scrollen, der Blick haftet am Bildschirm, und die Augen scannen konzentriert, was da so kommt. Die üblichen Verdächtigen sind schnell entdeckt, das «Noma» in Kopenhagen zum Beispiel, dann auffallend viele französische Adressen, eine Menge Italiener, klar. Fast am Ende dann (wir waren knapp davor, aufzugeben): Switzerland. Uff! Rico Zandonella hat mit seinen Kunststuben in Küsnacht die helvetische Koch-Ehre im beinahe letzten Moment gerettet. Sein Lokal belegt in der soeben publizierten OAD-Rangliste der 100 besten Restaurants in Europa... Rang 91. Wir gratulieren.

OAD steht für Opinionated About Dining. Steve Plotnicki verwendet in seinem Projekt ein bemerkenswert aufwändiges Verfahren, um die Restaurants auf ihre Plätze zu verweisen. So basieren die Ergebnisse für die europäische Rangliste 2012 sage und schreibe auf über 70000 Bewertungen, die mehr als 3000 registrierte Teilnehmer der OAD-Umfrage abgeliefert haben. Die Rezensionen fallen dabei recht ausführlich aus: Das Rating stützt sich auf Erlebnisse und Meinungen von Gästen, die die von ihnen ausgewählten Restaurants detailliert beschreiben und begründen, warum sie dieses empfehlen.

Die Umfragen, auf denen die Rangierung beruht, sind öffentlich einsehbar, und zwar hier.

Und wie sieht das Fazit der ganzen Geschichte aus? Plotnicki selbst macht in der Auswertung der europäischen Rangliste (eine US-amerikanische gibt es selbstredend auch) einen augenfälligen Trend aus: «Fast die Hälfte der Restaurants, die es in unsere europäischen Top 100 geschafft haben, serviert moderne/progressive Gerichte. Das lässt auf eine veränderte Demografie und eine klare Präferenz der Essensgäste schliessen.»

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen