Mittwoch, 16. Januar 2013

Verwirrung rund ums «Gütsch»


Und schon brodelt sie wieder, die Gerüchteküche. Es geht ums geschichtsträchtige Hotel Château Gütsch, das ob der Stadt Luzern thront und seit geraumer Weile im Dornröschenschlaf weilt. Wieder einmal ist die Verwirrung komplett: hier eine Zusammenfassung fürs Erste.

Gestern vermeldet die «Neue Luzerner Zeitung» überraschend: Der russische Milliardär Alexander Lebedev, der das Schloss seit 2007 besitzt, eine umfassende Sanierung sowie einen Ausbau angekündigt hatte, seither aber trotz vorliegender Baubewilligung nichts in dieser Richtung unternommen hat, wolle das «Gütsch» verkaufen. Für 20 Millionen Franken. Die Zeitung stützt ihren Artikel auf ein Inserat auf einer Immobilienseite im Internet. Darin wird das Hotel zwar nicht namentlich genannt, die Redaktion schliesst aufgrund der Beschreibung aber: Es kann sich eigentlich nur um das Hotel Château Gütsch handeln.

Nun, das hat sich (bislang) nicht bestätigt. Bernard Schiess, Verwaltungsrat der Château Gütsch Immobilien AG, will sich zum Thema nicht äussern. Gegenüber «20 Minuten» indes dementiert die Alpstream AG, die für Lebedev die Gütsch-Geschäfte abwickelt, die Nachricht. Weiter äussert sich im «20 Minuten»-Artikel ein Sprecher der EfG Existenzmakler Gewerbeimmobilien & Kapitalanlagen aus Zug. Es handle sich «ganz klar» nicht um ein Inserat für das «Gütsch», lässt er verlauten, sondern um ein Hotel, «das zwar bewilligt ist, aber erst noch gebaut werden muss». Dieses liege in der Region Luzern, allerdings ausserhalb der Stadt. Das Inserat wird gestern noch vom Internetportal entfernt. Wegen der Verwirrung, so der Sprecher.

Klar ist: Anwärter gäbe es. Immobilien-Unternehmer Hermann Beyeler präsentiert sich in der «Neuen Luzerner Zeitung» gleich schon mal als Interessent. Der Luzerner möchte das Schloss wieder in einheimischen Händen sehen, zumal Lebedev in all den Jahren nicht aktiv geworden ist. Auch Swisspor-Chef und FCL-Investor Bernhard Alpstaeg ist bereit «für Gespräche über eine finanzielle Beteiligung». Und Fritz Erni, Direktor des Hotels Montana in Luzern, lässt sich wie folgt zitieren: «Ich bin offen für Gespräche, die die Zukunft des Hotels Gütsch betreffen.»

Es bleibt spannend.

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