Donnerstag, 15. Januar 2015

«Die aktuelle Lage ist sehr schwierig»





 Christian Laesser ist Professor für Tourismus an der Universität St. Gallen.

Die heutige Nachricht der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den seit September 2011 geltenden Mindestkurs von 1.20 Franken zum Euro, aufzuheben, löst in der Branche Unruhe aus. Gastrosuisse hält in einer Medienmitteilung fest, dass ihre rund 20 000 Mitgliederbetriebe von diesem Schritt «unmittelbar und negativ betroffen sind». Bereits mit einem Euro-Kurs von 1.20 Franken hätten die Restaurationsbetriebe teilweise einen grossen Nachfragerückgang verbucht. Nun wird die Lage noch düsterer. Auch Christian Laesser, Professor für Tourismus und Dienstleistungsmanagement an der Universität St. Gallen, schätzt die aktuelle Lage als «sehr schwierig» ein. «Die im Tourismus tätigen Betriebe können vom starken Franken nicht profitieren, da sie ihre Leistungen und Produkte im Inland einkaufen, gleichzeitig werden ihre Dienstleistungen zwischen 10 und 15 Prozent teurer.» Laesser glaubt indes auch nicht an eine schnelle Normalisierung der Lage. Vor allem weil die Europäische Zentralbank (EZB) für die nächsten Wochen ein «quantitative easing» angekündigt hat, die staatlich verordnete Geldschwemme dürfte den Euro gegenüber dem Franken nochmals schwächen. Wahrscheinlich, so Laesser, sei die Politik der EZB sogar der Grund für die Aufhebung des Schweizer Mindestkurses. «Die Verteidigung des Mindestkurses wäre wohl gar nicht mehr möglich gewesen.»

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen