Mittwoch, 27. April 2016

Düstere Aussichten


An der Jahresmedienkonferenz des Branchenverbandes Gastrosuisse in Bern zogen die Verantwortlichen eine sehr negative Bilanz. Insgesamt hat die Schweizer Wohnbevölkerung letztes Jahr 22,4 Milliarden Franken für Essen und Trinken ausser Haus aufgewendet. Das sind rund 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Übernachtungen von ausländischen Gästen gingen zurück, zudem leiden die helvetischen Gastronomen unter den Folgen der Frankenstärke, dem Gastronomietourismus, der Dominanz der Online-Buchungsplattformen sowie nicht zuletzt unter der ständig wachsenden Bürokratie, als Beispiel genannt wurde das neue Verordnungsrecht zum revidierten Lebensmittelgesetz (Projekt Largo).

Kurzum: Die Lage des Schweizer Gastgewerbes ist kritisch. «Das Ausmass der Betroffenheit wird deutlich unterschätzt», sagte Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer. Der Hotelier kritisierte – einmal mehr – die hohen Beschaffungskosten in der Schweiz und kündigte prompt die Lancierung einer neuen Volksinitiative an. Zusammen mit nicht näher präzisierten «starken Allianzpartnern» soll eine Initiative mit dem Titel «Stopp der Hochpreisinsel – für faire Preise» zustandekommen. Zur Erinnerung: Die letzte Volksinitiative des Wirteverbandes («Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes») wurde im September 2014 mit über 70 Prozent vom Stimmvolk verworfen.

Eine positive Meldung fanden wir in der drei Seiten langen Medienmitteilung dann doch noch: Zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit plant Gastrosuisse dieses Jahr die Lancierung eines neuen Awards für die Hotellerie. Dieser soll laut dem stellvertretenden Gastrosuisse-Direktor Daniel C. Jung «der Branche neue Impulse geben und erfolgsversprechende Konzepte fördern».

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