Freitag, 10. Juni 2016

Reunion: Antonio Colaianni holt Antonino Alampi

Antonio Colaianni verantwortet das neue
kulinarische Konzept im Zürcher «Gustav». (Archivbild)

Heute ist ein freudiger Tag. Die Fussball-Europameisterschaft beginnt – und wird damit enden, dass Italien gewinnt. So wünscht sich das zumindest Antonio Colaianni, von dem wir heute ebenfalls Freudiges berichten können. Der einst im Restaurant Mesa mit 17 Gault-Millau-Punkten dotierte Küchenchef hat beschlossen, sein Beratungsmandat, das er seit Februar dieses Jahres im Zürcher «Gustav» innehält (wir berichteten hier), in ein festes Arrangement umzuwandeln. Er bleibt – und amtet nun unbefristet als gastronomischer Leiter des Gesamtkonzepts mit Apartments, Residenz, Restaurant, Bar, Fumoir und Café Confiserie.

Mit dieser Entscheidung geht Colaianni – wieder einmal – ein berufliches Risiko ein, die Aufgaben in der noch wenig belebten Europaallee sind komplex, wobei der 47-Jährige der richtige Mann am richtigen Ort sein dürfte. Das Küchenniveau des aktuell mit 14 Punkten bewerteten «Gustav» hat er auf jeden Fall bereits tüchtig angehoben und seinen (hohen) Ansprüchen angepasst. Ab Mitte Juli stösst mit Antonino Alampi zudem ein alter Weggefährte zum Team. Im Wetziker Restaurant Il Casale feierten die beiden dereinst durchschlagenden Erfolg. Im «Gustav» wird Alampi die Funktion des Küchenchefs bekleiden, wobei auch Gastgeber Colaianni regelmässig in der Küche anzutreffen sein wird.

Ziel ist eine hochstehende mediterrane Küche, wie sie Colaianni-Fans aus seiner Zeit im «Il Casale» kennen. Davon haben uns bereits überzeugen können – was wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten. Eins vorweg: Die Kaninchenterrine mit Périgord-Trüffel und weisser Bohnencreme ist fast schon unanständig gut.





Aussergewöhnlich auch die Bouillabaisse, die Colaianni mit Hühnerfond zubereitet – und die mit Abstand zu den besten ihrer Art weit und breit gehört. Finden wir.




Der Hauptgang: konfiertes Kalbskopfbäggli mit Milken, Brotgnocchi und Madeirasauce. Fein gemacht, meisterhaft komponiert.



Das Dessert: Aprikose, Mandeln, weisse Schokolade, Tonkabohnen. Erfrischend und fruchtig – und ein Abschluss, bei dem Colaianni die Lorbeeren nicht etwa für sich beansprucht. Das Lob gilt seiner Patissiere – und dem Maestro für sein Gespür für die richtigen Mitarbeiter.




Fazit: Die hochstehende Kochkunst ist vielleicht einer, jedoch nicht der einzige Grund für einen Abstecher ins «Gustav». Dort weht ganz offensichtlich ein neuer Wind, der dem Platz Zürich gastronomisch in seiner Vielfalt nur gut tun kann. Nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Fussball-EM: Heute eröffnet Colaianni im «Gustav» seine Rooftop-Bar – sie bietet nicht nur eine grandiose Aussicht auf die Stadt und den Zürichberg, sondern auch die Gelegenheit, die Fussballspiele der Euro bei einem Ginger-Gimlet zu geniessen.

1 Kommentar:

  1. Absoluter Geheimtipp! Hingehen solange es noch Platz hat!
    René Widmer

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